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Geschichte
So lautet ein Auszug aus der Begründung für die Eintragung des Salzbergwerks Wieliczka am 8. September 1978 in die 1. Liste des Weltkultur- und Naturerbes der UNESCO mit den weltweit rangersten 12 Objekten. In der Tat, denn die tief ins Mittelalter reichende Geschichte von Wieliczka spiegelt die Entwicklung bergmännischer Techniken, die Gestaltung der Arbeits- und Verwaltungsorganisation und die Entwicklung der Rechtsregelungen für die Industrie wider. Seit uralten Zeiten stellte Salz die wirtschaftliche Grundlage des Staates dar. Im Altertum galt es auf den polnischen Gebieten als Zahlungsmittel in Form von „Brechsalz“ und ersetzte somit Metallmünzen. Ursprünglich wurde Salz aus Solequellen im Siedeverfahren gewonnen, das in der Wasserverdämpfung bestand. Die Anfänge des Steinsalzabbaus sind nicht bekannt. Höchstwahrscheinlich war man bei der Vertiefung eines Solebrunnens auf Salzlagerstätten gestoßen, deren Abbau mit Hilfe von primitiven Werkzeugen vorgenommen wurde. Die Herrscher in dem damaligen Polen erkannten sehr schnell den Wert des Weißen Goldes. Deswegen wurde der Abbau von Salz sowie sein Vertrieb monopolisiert. Man war sich bewusst, dass Salz eine zuhöchst gefragte Ware und für den Menschen zum Leben einen unentbehrlichen Rohstoff darstellte. Enorme Mengen davon wurden für die Konservierung von Fleisch, Fisch und Butter, zum Gerben von Leder und bei zur Schießpulverherstellung verbraucht.
Der älteste Grubenschacht (Forschungsschacht), der in dem Hof des Salinenschlosses in Wieliczka (heute als ein Archäologie- und Bergwerksreservat für Besucher zugänglich) abgeteuft wurde, stammt aus der Mitte des 13. Jh. Die Anfänge der Steinsalzförderung in Wieliczka sind in einem großen Ausmaß mit dem Bau des Goryszowski-Schachtes verbunden, der aus den 1880er Jahren stammt. Der erste geschriebene, erhalten gebliebene Vermerk über Steinsalz in Wieliczka befindet sich in der Gründungsurkunde der Stadt aus dem Jahre 1290, was nicht zu bedeuten hat, dass Steinsalz hier auch nicht früher gewonnen war. Ende des 18. Jh. entwickelte sich ein Unternehmen, das „Krakauer Salinen” genannt wurde und die Salzminen in Wieliczka und Bochnia mit dortigen Salzsiedereien umfasste. In diesem Organisationssystem funktionierte es fast 500 Jahre lang, bis zur ersten Teilung Polens (1772)und zwar als das größte Unternehmen in der damaligen Republik und gleichzeitig als eines der größten in Europa. Salz war der wichtigste Bodenschatz in dem polnischen Staat und stellte gemäß dem geltenden Recht Eigentum des Herrschenden dar (sog. Salzregalien). Es wurde berechnet, dass zur Zeit der Herrschaft des Königs Kasimir des Großen (14. Jh.) die Einkünfte vom Salzverkauf ein Drittel der Staatseinnahmen ausmachten. Das Goldene Zeitalter der Krakauer Salinen war das 16. Jh. und die erste Hälfte des 17. Jh. Die Bergmannschaft zählte zu der Zeit ca. 2.000 Mann und die Fördermenge betrug über 30.000 Tonnen. Im 17. Jh. wurde in Wieliczka Salz von drei Sohlen gefördert und es wurden acht Schächte abgeteuft (darunter der Daniłowicz-Schacht, der heute zu Tourismuszwecken dient). Es entstanden die ersten Karten des Salzbergwerks Wieliczka. Langwierige Kriege und begleitende Pest und Katastrophen erschütterten die Salzwirtschaft in der zweiten Hälfte des 17. Jh. und die Pächter, die die Salinen verwalteten, haben die Sicherungsarbeiten vernachlässigt und trieben das Bergwerk an den Ruin. Erst im nächsten Jahrhundert konnten die Fachleute aus Sachsen unter der Führung von J. G. Borlach das Unternehmen organisatorisch und technisch sanieren.
1913 wurde eine moderne Salzsiederei eröffnet, die viele neue Arbeitplätze und eine Perspektive der Produktionsentwicklung schuf, die in den Zwischenkriegsjahren konsequent umgesetzt wurde. Ein damals neu eingeführtes Verfahren des Untertagesalzauslaugens ermöglichte hohe Förderraten und die Verlängerung der Bergbautätigkeit des Werkes. Eine extensive Ausbeute und Versäumnisse bei der laufenden Sicherung hatten einen ungünstigen Einfluss auf die Stabilität des Bergs und der Bergwerksverfassung. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam sogar die Idee auf, das Bergwerk zu fluten. 1964 wurde die Steinsalzförderung in Wieliczka eingestellt und am 30. Juni 1996 wurde der Abbau des Flözes vollständig aufgegeben. Gegenwärtig werden malerische Abbauräume des Bergwerks zu Tourismus-, Museums- und Kurzwecken genutzt. Das Salzflöz von Wieliczka umfasst einen Raum mit einer Länge von 5,5 km (Ost-West-Linie) und einer Breite von 0,5 bis 1,5 (Nord-Süd). Über die sieben Jahrhunderte wurden in Wieliczka 26 Tageschächte und 180 Kleinschächte zwischen den einzelnen Sohlen abgeteuft. Der Abbau wurde auf der Sohle 1 (
Studia i Materiały do Dziejów Żup Solnych w Polsce, t. I - XXIII – Studien und Materialien zu der Geschichte der Salinen in Polen, Band I – XXIII (1965 - 2003 r.) Antonina Keckowa, Żupy Krakowskie w XVI - XVIII wieku (do 1772 r.) – Krakauer Salinen im 16.-18. Jahrhundert (bis 1772), Wrocław-Warszawa-Kraków 1969 r.; Dzieje żup krakowskich – Geschichte der Krakauer Salinen, Wieliczka 1988; Wieliczka dzieje miasta (do roku 1980) – Wieliczka Stadtgeschichte (bis 1980), Kraków 1990; Antoni Jodłowski, Żupa Solna w Wieliczce – Saline in Wieliczka, Wieliczka 2000. |
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"Das historische Salzbergwerk in Wieliczka ist weltweit das einzige Bergwerk, das seit dem Mittelalter bis heute ununterbrochen in Betrieb ist. Die originellen Fördertechniken (Korridore, Förderschächte, Kammern, Salzseen, Stollen, Schurfschächte) mit einer Gesamtlänge von ca. 300 km auf 9 Sohlen, reichen in eine Tiefe von 327 m und illustrieren sämtliche Enwicklungsetappen der bergmännischen Technik in den einzelnen historischen Epochen."
Die Spuren der ersten Salzsiederei, in der Salz aus Oberflächensolen hergestellt wurde, sind auf die Mittelperiode der Jungsteinzeit (3.500 Jahre v. u. Z.) zurückzuführen und wurden auf dem Gebiet erkannt, das später Wieliczka bezeichnet wurde. In historischen Zeiten, bereits im 11. - 12. Jh. war gerade Wieliczka das größte Salzsiedereizentrum in Kleinpolen und als Magnum Sal, also Großes Salz bezeichnet.
Die österreichischen Zeiten (1772 - 1918) kennzeichnen sich durch einen gewaltigen Produktionsanstieg, der einen räumlichen Ausbau des Bergwerks in Wieliczka, die Mechanisierung der Bergarbeiten (Dampf- und Elektromaschinen), Beschäftigung von Fachingenieuren und Absteckung der ersten Touristenroute zufolge hatte.
Literatur: